
Pöchlarn/Niederösterreich 1886
- Montreux 1980
In Wien wächst Oskar Kokoschka, Sohn eines Prager Goldschmiedes, auf. Von 1905 bis 1909 besucht der Künstler dort die Kunstgewerbeschule und arbeitet bereits in diesen Jahren in der Wiener Werkstätte, die Josef Hoffmann 1903 gegründet hatte. Unter dem Einfluss des Wiener Jugendstils entstehen Kokoschkas Illustrationen und Druckgrafiken entstehen. Für die Malerei ist neben van Gogh und Hodler der Sezessionsstil von Bedeutung. Der Künstler ist von 1910 an, als er sich in Berlin aufhält, Mitarbeiter an Herwarth Waldens Zeitschrift "Der Sturm". In ihr werden nicht nur seine Zeichnungen, sondern auch sein schriftstellerisches Werk publiziert, darunter sein Drama "Mörder, Hoffnung der Frauen". Seine Beziehung zu Alma Mahler dauert von 1911 bis 1914. Kokoschkas Frühwerk, die Lithografiezyklen, seine visionären Bilder und Porträts beschäftigen sich mit den Dramen der menschlichen Seele. Der Maler meldet sich 1914 als Freiwilliger zur Kavallerie und wird 1916 nach einer schweren Verwundung nach Wien entlassen. Kokoschka lernt in Berlin im selben Jahr die Schauspielerin Käthe Richter kennen. Mit ihr zieht er nach Dresden. 1919 übernimmt der Künstler hier eine Professur an der Kunstakademie, die er 1924 aufgibt. Paris wird in den folgenden Jahren, in denen der Künstler stetig auf Reisen ist, sein Stützpunkt, von dem er erst 1931 wieder nach Wien zurückkehrt. Kokoschka zieht unter dem Eindruck der dortigen rechtsradikalen Bestrebungen 1934 nach Prag. Die Nationalsozialisten beschlagnahmen 1937 417 seiner Arbeiten. 1938 emigriert der Künstler nach London. Dort entstehen erste Arbeiten mit politisch-allegorischen Themen. 1947 hält sich der Maler aus Anlass der großen Kokoschka-Retrospektiven in der Kunsthalle Basel und im Kunsthaus Zürich in der Schweiz auf. Reisen nach Salzburg, Hamburg und in die Vereinigten Staaten folgen, wo er 1952 als Gastdozent an der Minneapolis School of Art unterrichtet. Oskar Kokoschka übersiedelt 1953 an den Genfer See und leitet im selben Jahr erstmalig im Rahmen der Internationalen Sommerakademie für bildende Kunst in Salzburg den Hauptkurs "Schule des Sehens". Die Bühnenentwürfe zu Mozarts "Zauberflöte" für die Festspiele 1955/56, stellen einen Höhepunkt seines Wirkens in Salzburg stellen dar. Sie entstehen auf Anregung Wilhelm Furtwänglers. In den folgenden Jahren bereist der Künstler Europa, Afrika und die USA. Diese Zeit prägen zahlreiche Ehrungen, Ausstellungen und Retrospektiven u.a. 1962 in der Tate Gallery London, 1968 in der Staatsgalerie Stuttgart. Kokoschka widmet sich wieder in zunehmendem Maße dem grafischen Werk. Es entstehen über zweihundert Lithografien und Radierungen, meist in Zyklen gefasst. Mit der Niederschrift seiner Autobiografie "Mein Leben" beginnt der Künstler im Februar 1970. Ein Jahr später wird sie publiziert. In Montreux stirbt Oskar Kokoschka am 22. Februar 1980.